Prävention,Gesundheit veröffentlicht am 26.06.2026

Hautkrebs: „Jede Veränderung muss uns alarmieren“

Blog/Hautkrebs: „Jede Veränderung muss uns alarmieren“

Die Sonne gehört zu unserem Lebensgleichgewicht. Sie kann jedoch auch ein großes Risiko für die Haut darstellen. Die Dermatologin Florence Bourlond vom Centre Hospitalier de Luxembourg erinnert daran, wie wichtig Vorbeugung, Früherkennung und einfache präventive Maßnahmen im Alltag sind, um das Hautkrebsrisiko zu reduzieren.

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    Alles, was sich auf der Haut verändert, bedarf erhöhter Aufmerksamkeit: Die Früherkennung kann Leben retten

    Auch wenn Hautkrebs oft verharmlost wird, zählt er dennoch zu den am häufigsten vorkommenden Krebsarten. Er kann mehrere Formen mit sehr unterschiedlichen Entwicklungen aufweisen, von leicht lokalisierten und behandelbaren Läsionen bis hin zu aggressiveren und möglicherweise gravierenden Melanomen. Früh erkannt, ist er in den meisten Fällen behandelbar.

    Hautkrebs mit sehr unterschiedlichen Profilen

    Man muss zwischen nichtmelanozytären Hautkrebsarten (Non Melanoma Skin Cancers, NMSC), d. h. alle Hautkrebsarten, bei denen es sich nicht um Melanome handelt, und Melanomen unterscheiden. Zu den NMSC zählen vorwiegend Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome sowie seltenere Formen wie das Merkelzellkarzinom.

    Das Basalzellkarzinom ist weltweit die häufigste Hautkrebserkrankung und kann relativ früh (ab einem Alter von 30-35 Jahren) auftreten. Es hängt stark von der Sonnenexposition ab und trifft am ehesten Personen mit heller Haut, die der Sonne erheblich ausgesetzt sind. Wird das Karzinom rechtzeitig erkannt und behandelt, bildet es keine Metastasen und ist sehr gut behandelbar. Das Plattenepithelkarzinom hat ebenfalls oft eine gute Prognose, wobei es in seltenen Fällen und bei Vernachlässigung über einen längeren Zeitraum gravierendere Formen mit Lymphknotenbefall annehmen kann.

    Das Melanom ist schlussendlich die am meisten gefürchtete Hautkrebsart. Es entwickelt sich aus Pigmentzellen und kann einem Muttermal ähneln, wodurch es manchmal schwer zu erkennen ist. Dieser Hautkrebs bedarf der größten Aufmerksamkeit.

    Die ABCDE-Regel: eine einfache Orientierung für jedermann

    Mit der ABCDE-Regel ist die Feststellung von frühen Anzeichen für ein Melanom möglich. Sie beruht auf fünf klaren und einfachen Kriterien, die es zu berücksichtigen gilt.

    • A – Asymmetrie: Ein Muttermal ist verdächtig, wenn seine beiden Hälften sich  nicht mehr ähneln und es seine regelmäßige Form verliert.

    • B – Begrenzung: Man muss aufmerksam sein, wenn die Konturen unregelmäßig, unscharf oder schlecht abgegrenzt sind.

    • C – Color (Farbe): Als Warnsignal gilt, wenn ein Muttermal mehrere Farben ausweist oder seine Farbe verändert.

    • D – Durchmesser: Eine Läsion, die an Größe zunimmt, kann ein Anzeichen sein, auch wenn dieses Kriterium allein nicht ausreicht, um eine Diagnose zu stellen.

    • E – Evolution (Entwicklung): Dies ist das wichtigste Anzeichen. Jede Veränderung von Form, Farbe, Beschaffenheit oder Erscheinungsbild muss ärztlich untersucht werden.

    Die wichtigsten Risikofaktoren

    Als wichtigster Risikofaktor gilt die Aussetzung gegenüber ultravioletten Strahlen, sei es beruflich oder in der Freizeit. Dies betrifft  beispielsweise besonders Tennislehrer, Bauarbeiter, Gärtner oder Dachdecker, die kontinuierlich der Sonne ausgesetzt sind. Das Risiko besteht auch bei bestimmten Freizeitaktivitäten wie Golf, Segeln oder Skifahren, bei denen UV-Strahlen die Rückstrahlung verstärken und die Exposition deutlich erhöhen. Eine Immunschwäche ist ein weiterer wichtiger Risikofaktor, insbesondere bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden; dabei besteht unter anderem ein erhöhtes Risiko für Hautkarzinome. Einige seltene genetische Krankheiten wie die Xeroderma pigmentosum (Mondscheinkrankheit) machen die Haut extrem UV-empfindlich und bedürfen eines maximalen Schutzes vom jüngsten Kindesalter an.

    Vorbeugung: essenzielle Maßnahmen im Alltag

    Vorbeugen können Sie insbesondere, indem Sie die Sonnenexposition einschränken, und zwar vor allem zwischen 12 und 16 Uhr, da die UV-Strahlen in dieser Zeit am intensivsten sind.

    Kann die Exposition nicht vermieden werden, wird empfohlen, lange Kleidung, einen Hut mit breiter Krempe und eine Sonnenbrille zu tragen, um die exponierten Hautpartien weitestgehend zu reduzieren.

    Bei Personen, die draußen arbeiten oder regelmäßige Outdoor-Sportarten betreiben, wie beispielsweise Bauarbeiter oder Sportler, müssen diese körperlichen Schutzmaßnahmen systematisch ergriffen werden, da sie einen wirksamen und nachhaltigen Schutz vor UV-Strahlen bieten.

    Sonnencremes mit sehr hohem Schutz, einschließlich SPF 100, gibt es in der Apotheke und können insbesondere von Risikopersonen oder Menschen, die bereits Hautkrebs hatten, verwendet werden. Sie bieten einen höheren Schutz und können mehrmals täglich aufgetragen werden, wobei sie stets in eine umfassende Sonnenschutzstrategie einbezogen werden sollten. Häufig vergessene Bereiche wie beispielsweise die Ohren müssen ebenfalls sorgfältig geschützt werden.

    Steigende Zahlen, aber bessere Früherkennung

    Derzeit ist eine globale Zunahme von Hautkrebs festzustellen. Diese Entwicklung lässt sich anhand mehrerer Faktoren erklären, insbesondere durch eine Generation, die auf Reisen mehr UV-Strahlung ausgesetzt ist, die ehemalige Nutzung von Sonnenbänken und verbesserte Diagnosemöglichkeiten. Krebs wird heute früher erkannt, was eine effizientere Behandlung ermöglicht und zu einer begrenzten Zunahme der Sterblichkeit beiträgt.

    Früherkennung und Wachsamkeit: ein wichtiger Reflex

    Die regelmäßige Kontrolle der Haut (Ihrer eigenen und der Ihrer Familie) ist unerlässlich, und bereits die geringste Veränderung sollte als Warnsignal aufgefasst werden. Der erste Schritt besteht darin, einen Allgemeinmediziner aufzusuchen, der Sie bei Bedarf an einen Dermatologen überweist. Früherkennungskampagnen, wie beispielsweise die Europäische Woche der Prävention, dienen ebenfalls der Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit, auch wenn die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen manchmal am schwersten zu erreichen sind. Entsprechende Informationen sind auf der Website euromelanoma.eu abrufbar.

     

    Ein wichtiger Appell zur Vorbeugung

    Die Kernbotschaft ist einfach: Eine Hautveränderung sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Jede Veränderung eines Muttermals oder jedes verdächtige Erscheinungsbild muss schnell medizinisch abgeklärt werden, da die Früherkennung aktuell weiterhin die beste Waffe gegen schwere Formen von  Hautkrebs ist.

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